Flachdach sanieren ohne Abriss – mit Flüssigkunststoff und Vlies
Ein undichtes oder älteres Flachdach muss nicht in jedem Fall vollständig zurückgebaut werden.
Wenn der vorhandene Dachaufbau tragfähig und für das gewählte Abdichtungssystem geeignet ist, kann eine Sanierung direkt auf der bestehenden Oberfläche möglich sein.
Dabei wird eine Flüssigabdichtung mit Polyestervlies als Armierung auf den entsprechend vorbereiteten Untergrund aufgebracht. Das eingebettete Vlies unterstützt die Armierung, Spannungsverteilung und Rissüberbrückung innerhalb des Abdichtungssystems.
✓ bestehender Dachaufbau kann erhalten bleiben
✓ weniger Rückbau- und Entsorgungsaufwand
✓ nahtlose Flüssigabdichtung möglich
✓ Polyestervlies als Armierung für Fläche und Details
Typische Probleme bei älteren Flachdächern
Mit zunehmendem Alter können an Flachdächern unterschiedliche Schwachstellen entstehen. Besonders kritisch sind häufig Anschlüsse, Übergänge, Durchdringungen und bereits vorgeschädigte Bereiche der vorhandenen Abdichtung.
Typische Probleme sind:
- Risse oder Ablösungen in der vorhandenen Abdichtung
- Undichtigkeiten an Anschlüssen, Übergängen und Durchdringungen
- Feuchtigkeit im bestehenden Dachaufbau
- beschädigte oder gealterte Abdichtungsbereiche
- schwer lokalisierbare Eintrittsstellen von Wasser
Nicht jede Undichtigkeit bedeutet automatisch, dass der gesamte Dachaufbau entfernt werden muss. Entscheidend ist zunächst, in welchem Zustand sich die vorhandene Abdichtung und der darunterliegende Aufbau befinden.
Welche Möglichkeiten gibt es bei der Flachdachsanierung?
🔴 Variante 1 – vollständiger Rückbau
Ein vollständiger Rückbau kann erforderlich sein, wenn der vorhandene Dachaufbau stark geschädigt, nicht tragfähig oder für eine weitere Abdichtung ungeeignet ist.
Damit verbunden sind in der Regel:
- Entfernung der vorhandenen Dachschichten
- Entsorgung des zurückgebauten Materials
- Neuaufbau der erforderlichen Dach- und Abdichtungsschichten
🟢 Variante 2 – Flachdach sanieren ohne vollständigen Abriss
Ist der vorhandene Aufbau tragfähig und für das vorgesehene Abdichtungssystem geeignet, kann eine Sanierung auf der bestehenden Dachfläche möglich sein.
Dabei kann:
- der vorhandene Dachaufbau weitgehend erhalten bleiben,
- der Rückbau auf tatsächlich geschädigte Bereiche begrenzt werden,
- die neue Flüssigabdichtung direkt auf dem vorbereiteten Untergrund aufgebaut werden,
- Polyestervlies zur Armierung von Fläche, Anschlüssen und Detailbereichen eingesetzt werden.
Ob diese Sanierungsart geeignet ist, muss anhand des vorhandenen Dachaufbaus, des Untergrundzustands und des verwendeten Abdichtungssystems beurteilt werden.
Welches Material wird benötigt?
Für die Sanierung von Rissen und Detailbereichen mit Flüssigabdichtung werden je nach Untergrund und verwendetem System typischerweise folgende Materialien benötigt:
✓ geeignete Flüssigabdichtung / Flüssigkunststoff
✓ Polyestervlies als Armierung
✓ passende Grundierung für den vorhandenen Untergrund
✓ Rolle, Pinsel oder geeignetes Verarbeitungswerkzeug
✓ gegebenenfalls Topcoat oder Schutzbeschichtung, wenn dies zum verwendeten System gehört
Das Polyestervlies übernimmt innerhalb des Abdichtungssystems eine wichtige Armierungsfunktion.
In die frische Flüssigabdichtung eingebettet unterstützt es die Spannungsverteilung und Rissüberbrückung und hilft dabei, Bewegungen im sanierten Bereich besser innerhalb des Abdichtungssystems aufzunehmen.
Warum Polyestervlies bei Flüssigabdichtungen eine wichtige Rolle spielt
Flüssigabdichtungen können auf unterschiedlichen Materialbasen aufgebaut sein – zum Beispiel auf Bitumen-, Polyurethan- oder Acrylbasis.
Bei Systemen mit Vlieseinlage übernimmt das Polyestervlies eine wichtige Armierungsfunktion innerhalb des gesamten Abdichtungsaufbaus.
In die frische Flüssigabdichtung eingebettet unterstützt das Vlies:
✓ die Spannungsverteilung innerhalb der Abdichtung
✓ die Rissüberbrückung im sanierten Bereich
✓ die mechanische Stabilisierung von Anschluss- und Detailbereichen
✓ die gleichmäßige Einbindung von Bewegungen innerhalb des Abdichtungssystems
Besonders bei der Sanierung bestehender Dachflächen kann die Vliesarmierung dazu beitragen, kritische Bereiche wie Risse, Anschlüsse, Übergänge und Durchdringungen gezielt zu verstärken.
Ob und welches Polyestervlies erforderlich ist, richtet sich nach dem verwendeten Abdichtungssystem und dessen Verarbeitungsvorgaben.g
Hinweis zur Rollenbreite:
Die passende Rollenbreite richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich:
Flachdach sanieren ohne Abriss mit Flüssigkunststoff
Eine Flachdachsanierung ohne vollständigen Abriss kann bei einem geeigneten und tragfähigen Dachaufbau möglich sein.
Besonders bei älteren Abdichtungen lassen sich Risse, Übergänge, Anschlüsse und andere kritische Bereiche gezielt mit Flüssigkunststoff und Polyestervlies als Armierung in den neuen Abdichtungsaufbau einbinden.
Dadurch kann der bestehende Dachaufbau weitgehend erhalten bleiben und der Aufwand für Rückbau und Entsorgung reduziert werden.
In diesem Projekt erfolgte die Sanierung in zwei wesentlichen Arbeitsschritten: Zunächst wurden die kritischen Detailbereiche separat armiert, anschließend wurde die gesamte Dachfläche mit Flüssigabdichtung und Polyestervlies ausgeführt.
Für diese Anwendung eignet sich Polyestervlies als Armierung innerhalb geeigneter Flüssigabdichtungssysteme.
Schritt-für-Schritt-Umsetzung
Schritt 1 – Kritische Anschluss- und Detailbereiche armieren
Nach der gründlichen Reinigung und Vorbereitung der vorhandenen Dachfläche wurden zunächst die besonders kritischen Bereiche separat bearbeitet.
Dazu gehören beispielsweise Risse, Übergänge, Anschlüsse, Ecken und Durchdringungen. Gerade an solchen Detailbereichen können Bewegungen und Spannungen innerhalb des Dachaufbaus auftreten.
Die gezielte Vliesarmierung unterstützt hier die Spannungsverteilung und Rissüberbrückung innerhalb des Abdichtungssystems.
Für kleinere Risse und Anschlussbereiche eignet sich beispielsweise Polyestervlies 110 g/m² in 15 cm Rollenbreite. Durch die schmale Ausführung lässt sich das Material präzise an Detailbereiche anpassen.
Weitere Beispiele für die Armierung von Innen– und Außenecken, Dachentlüftern, Dachabläufen und Attikaanschlüssen finden Sie in unserem Beitrag zu punktuellen Undichtigkeiten am Flachdach.
Neben klassischen Rissen treten häufig auch punktuelle Undichtigkeiten an Anschlüssen und Durchdringungen auf. Eine detaillierte Anleitung dazu finden Sie in unserem Beitrag zu punktuellen Undichtigkeiten am Flachdach.
Schritt 2 – Gesamte Dachfläche mit Polyestervlies armieren
Nach der Vorbereitung der kritischen Detailbereiche wurde die Flüssigabdichtung auf der gesamten Dachfläche aufgebaut.
Zunächst wird die erste Flüssigabdichtung vollflächig auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen.
Das Polyestervlies wird anschließend in die noch frische Abdichtung eingelegt und sorgfältig ausgerichtet. Die einzelnen Vliesbahnen werden entsprechend den Vorgaben des verwendeten Abdichtungssystems überlappt.
Das Vlies wird vollständig in die Flüssigabdichtung eingebettet. Dabei sollten Falten, Luftblasen und trockene Vliesbereiche vermieden werden.
Nach dem vom verwendeten System vorgesehenen Überarbeitungsintervall wird die weitere Flüssigabdichtung aufgetragen und das Polyestervlies vollständig überarbeitet.
So entsteht eine vollflächig armierte Flüssigabdichtung, bei der das Polyestervlies die Spannungsverteilung und Rissüberbrückung innerhalb des Abdichtungsaufbaus unterstützt.
Für größere Dachflächen eignen sich besonders breitere Rollen:
Das Ergebnis: Saniertes Flachdach ohne vollständigen Rückbau
Geschlossene, nahtlose Abdichtungsoberfläche
Die Flüssigabdichtung bildet eine durchgehende und fugenlose Oberfläche über der bestehenden Dachfläche.
Das eingebettete Polyestervlies unterstützt dabei die Armierung und Rissüberbrückung innerhalb des Abdichtungssystems.
Kritische Detailbereiche gezielt armiert
Anschlüsse, Dachabläufe und Durchdringungen wurden zusätzlich mit Polyestervlies verstärkt und in die neue Flüssigabdichtung eingebunden.
Dadurch werden besonders beanspruchte Detailbereiche gezielt unterstützt und Spannungen innerhalb des Abdichtungsaufbaus besser verteilt.
Sanierung auf der bestehenden Bitumenabdichtung
Die vorhandene Bitumenabdichtung konnte bei diesem Projekt weitgehend erhalten bleiben und als Untergrund für den neuen Abdichtungsaufbau genutzt werden.
Dadurch ließ sich der vollständige Rückbau vermeiden und der Aufwand für Abbruch, Entsorgung und Wiederherstellung reduzieren.
Wenn Feuchtigkeit durch das Flachdach eindringt
Typische Warnsignale
Feuchte Stellen an Decke oder Wand, Wasserflecken, abblätternde Farbe oder ein muffiger Geruch können auf Feuchtigkeit im Dachaufbau oder eine Undichtigkeit der Dachabdichtung hinweisen.
Die tatsächliche Eintrittsstelle des Wassers liegt dabei nicht immer direkt über dem sichtbaren Schaden im Innenraum.
Kritische Bereiche liegen häufig an Details
Übergänge, Anschlüsse, Ecken, Dachabläufe und Durchdringungen gehören zu den besonders empfindlichen Bereichen einer Flachdachabdichtung.
Durch Alterung, Materialbewegungen, Risse oder beschädigte Anschlussbereiche können dort Schwachstellen entstehen, über die Feuchtigkeit in den Dachaufbau gelangt.
Sanierung ohne vollständigen Rückbau kann möglich sein
Ist der vorhandene Dachaufbau tragfähig und für das vorgesehene Abdichtungssystem geeignet, kann eine Sanierung ohne vollständigen Abriss möglich sein.
Dabei werden zunächst kritische Detailbereiche gezielt mit Polyestervlies armiert. Anschließend kann die Dachfläche mit Flüssigabdichtung und vollflächiger Vliesarmierung in den neuen Abdichtungsaufbau eingebunden werden.
Flachdach sanieren ohne Abriss – mit Polyestervlies als Armierung
Bei der gezeigten Flachdachsanierung wird Polyestervlies als Armierung in die Flüssigabdichtung eingebettet.
Das Vlies unterstützt die Spannungsverteilung und Rissüberbrückung und kann sowohl für kritische Detailbereiche als auch für die flächige Armierung der Dachfläche eingesetzt werden.
Wählen Sie die passende Ausführung und Rollenbreite für Ihr Projekt.
